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ANLAGEBEDINGTER HAARAUSFALL - DIAGNOSTIK UND THERAPIE



Der anlagebedingte Haarausfall auch androgenetische Alopezie genannt, ist bei Männern sowohl Frauen die weitaus häufigste Form des Haarverlusts.

In einem Mittagsseminar auf der 46.Tagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) ging es um aktuelle Standards in Diagnostik und Therapie dieses anlagebedingten Haarausfalls. Im Mittelpunkt standen dabei die neue S1-Leitlinie zur diagnostischen Beurteilung der androgenetischen Alopezie und die äußerliche Behandlung mit Minoxidil.

Für Haarausfallerkrankungen existieren bisher kaum beweisführende Leitlinien. Wie Prof. Dr. Ulrike Blume-Peytavi von der Charité Berlin verriet, schließt die von einer Gruppe europäischer Haarspezialisten erarbeitete S1-Leitlinie1 somit eine wichtige Lücke – diese wird demnächst auch von einer S3-Leitlinie zur Therapie der androgenetischen Alopezie ergänzt.

Diagnose beim Arzt

Hilfreich ist hier ein spezieller diagnostischer Beurteilungsbogen, der alle wesentlichen Punkte für die Diagnose der androgenetischen Alopezie in Form einer Checkliste zusammenfasst – von der Anamnese über die klinische Beurteilung bis hin zu Labor- und Haaruntersuchungen. Insbesondere aber auch der Erfassung anderer Ursachen für einen (diffusen) Haarausfall wie unter anderem Eisenmangel, Einnahme „haariger“ Medikamente oder eine Crash-Diät. Als „Handwerkszeug für die Haarsprechstunde“ empfiehlt Prof. Blume-Peytavi den Haarzupftest (Pull- Test) um so die Haarausfallaktivität sowie Dermatoskopie oder Lupenuntersuchung grob zu beurteilen.

Behandlung mit Finasterid & Minoxidil

Etablierte Behandlungen für die androgenetische Alopezie (Haarausfall)des Mannes sind die innerliche Gabe von Finasterid z.B. in Form von Propecia und die äußerliche Behandlung mit 5%-iger Minoxidil-Lösung (Regaine®).

Allerdings macht Frau Dr. Natalie Garcia Bartels, Charité Berlin deutlich, dass „Für Frauen mit androgenetischer Alopezie ist eine 2%-ige Minoxidil-Lösung die einzige in Deutschland zugelassene wirklich evidenzbasierte Behandlung“. Topisches Östrogen sieht Dr. Bartels als Second- line-Option zur Stabilisierung oder Verlangsamung des Haarausfalls.

In den USA und Großbritanien ist bereits eine neue 5%-ige Minoxidil-Schaum zur Behandlung androgenetischer Alopezie bei Männern zugelassen. In Deutschland wird dieser Schaum voraussichtlich im nächsten Jahr erhältlich sein – allerdings zunächst nur für das starke Geschlecht. Dieser Schaum hat in einer multizentrischen placebokontrollierten Doppelblindstudie seine Wirksamkeit und Verträglichkeit unter Beweis gestellt.

Doch auch bei Frauen sind erste positive Erfahrungen zu verzeichnen. In einer Vergleichsstudie3 wurde 5%- iger Minoxidil-Schaum, anders als bei Männern nur einmal täglich angewendet und war hinsichtlich der Zunahme von Haardichte und Haardicke genauso effektiv wie 2%-ige Minoxidil- Lösung zweimal täglich. Desweiteren wurde bei der Anwendung des Schaums eine bessere kosmetischer Akzeptanz sowie weniger Juckreiz und Schuppung beobachtet.

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Diagnostik und Therapie des anlagebedingten Haarausfalls (haarerkrankungen.de)
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